Zielgruppenspezifische Sensibilisierung für Nadelstichverletzungen

Um das Bewusstsein für Nadelstichverletzungen (NSV) in Krankenhäusern zu fördern, ist es wichtig, die Kommunikation an verschiedene Mitarbeitergruppen im Gesundheitswesen anzupassen.

In dieser Interviewserie erfahren Sie aus erster Hand, wie Krankenhäuser ihre Mitarbeiter schützen, Meldungen handhaben, Verfahren zur Risikobewertung einführen und wie Sicherheitsprodukte  eingesetzt werden, um NSV zu verhindern.

Im folgenden Video über das Bewusstsein für Nadelstichverletzungen ist Maria Piedad del Amo zu sehen, Leiterin der Abteilung für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz im Universitätsklinikum Río Hortega in Valladolid, Spanien.

1. Was sollte getan werden, um die Meldung von Nadelstichverletzungen zu verbessern?

Frau Piedad del Amo zufolge kann es schwierig sein, NSV zu quantifizieren. Bei arbeitsmedizinischen Gesprächen befragt sie Mitarbeiter im Gesundheitswesen, ob diese NSVs gemeldet haben. Die Antwort lautet meistens: „Nein.“ Werden sie nach den Gründen gefragt, geben sie eine Vielzahl an. Im Allgemeinen fehlt es an Wissen über die Gefahren von NSV für die Sicherheit der Mitarbeiter im Gesundheitswesen.

2. Wie können Mitarbeiter im Gesundheitswesen besser über das Risiko von Nadelstichverletzungen informiert werden?

Ziel ihrer Abteilung ist es, Mitarbeitern das Meldeverfahren sowie das Risiko einer Blutkontamination zu veranschaulichen. In ihrem Krankenhaus gibt es zwei Zielgruppen. Die erste Gruppe besteht aus neuen Mitarbeitern, Zeitarbeitskräften und Studenten. Für sie müssen die Informationen klar, kurz und sehr genau sein.

Die zweite Zielgruppe sind die ständigen Mitarbeiter. Sie sollten laufend informiert werden, die Informationen müssen demnach ansprechend sein.

Ihre Abteilung nutzt eine Vielzahl unterschiedlicher Kommunikationskanäle, um das Bewusstsein für NSV zu schärfen: Anzeigen, Plakate, Aufkleber, Videos, soziale Medien und die Website des Krankenhauses. Die gedruckte Kommunikation ist ebenso wirkungsvoll wie soziale Medien.

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In den Workshops tauschen die Mitarbeiter Anekdoten aus und lernen voneinander. Frau Piedad del Amo wirbt für jede Station einen Leiter an, der den Kollegen hilft, sich an die Verfahren zu erinnern.

Das Meldeverfahren muss so einfach und schnell wie möglich sein. Wenn Mitarbeiter ihre Station nach einem Zwischenfall verlassen müssen, sollte ein Kollege sie ersetzen können. Zwischenfälle dürfen die Arbeit nicht behindern.

Da die Anweisungen nun an vielen Orten verfügbar sind, wissen sie, was zu tun ist, und können sofort handeln.

3. Wie wurden Sicherheitsprodukte in Ihrem Krankenhaus eingeführt?

Im Jahr 2004 rief ihr Krankenhaus ein Pilotprojekt ins Leben. Es wurde von der regionalen Gesundheitsbehörde ausgewählt und von der Europäischen Union mit 230.000 Euro gefördert. Mit diesen Mitteln begannen sie, an der NSV-Prävention zu arbeiten.

Zuerst wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Sie beschlossen, alle herkömmlichen Geräte durch Sicherheitsprodukte zu ersetzen.

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Sie hob drei zentrale Punkte hervor:

  1. Erlauben Sie niemals die gleichzeitige Verwendung von konventionellen Produkten und Sicherheitsprodukten.
  2. Informieren Sie alle Mitarbeiter gleichzeitig in ihren Arbeitsbereichen.
  3. Alle Produkte sollten zur gleichen Zeit ausgetauscht werden.

Sehen Sie sich das Interview an, um Frau Piedad del Amos Empfehlungen zu hören.

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Verweise

Die in diesem Interview geäußerten Ansichten und Meinungen geben ausschließlich die Meinung des/der Befragten wieder und spiegeln nicht automatisch die Meinung, die offiziellen Grundsätze oder die Position von Becton, Dickinson and Company wider. 

 

Die hier dargelegten Meinungen und klinischen Erfahrungen dienen nur zu Informations- und Bildungszwecken.

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