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Die Sitzung des Medizinisch-Onkologischen Vorstandes – Zusammenfassender Bericht

Oktober 14, 2021

Der Medizinisch-Onkologische Vorstand von BD wurde mit dem langfristigen Ziel gegründet, die Arbeitsabläufe in der medizinischen Onkologie, die Entscheidungsprozesse in der Krebsbehandlung und die unterschiedlichen onkologischen Praktiken in Europa zu verstehen. Der Vorstand möchte Folgendes entwickeln und schaffen:

  • Sensibilisierung und Aufklärung über bewährte Praktiken bei der Vorbereitung und Verabreichung in der medizinischen Onkologie 
  • Identifizierung der besten Arbeitsabläufe von der aseptischen Apotheke bis zur onkologischen Station, die zu einer optimalen Patientenversorgung beitragen würden 
  • Eine Reihe von Instrumenten zur Förderung der Umsetzung bewährter Verfahren von der sicheren Vorbereitung bis zur optimierten Lieferung 

Ein weiteres wichtiges Ziel des Vorstandes ist es, Möglichkeiten zu identifizieren, wie BD ein wertvoller Partner für Fachpersonal in der medizinischen Onkologie sein und die Ergebnisse für die Patienten verbessern kann.

Die erste Vorstandssitzung

Auf seiner ersten Sitzung am 21. und 22. Mai 2021 kam der Vorstand für medizinische Onkologie zusammen, um sich ein Bild von den Herausforderungen zu machen, die sich in der derzeitigen Praxis der parenteralen Therapie in der Onkologie in Europa stellen. Ziel der Diskussion war es, die sichere Zubereitung und Verabreichung von parenteralen Therapien in der Onkologie zu verstehen und mögliche zukünftige Entwicklungen dieser Therapien zu skizzieren. 

Der Vorstand

Der Vorstand besteht aus Krankenpflegern, Apothekern und Onkologen aus sieben europäischen Ländern: 

  • Prof. Karin Jordan, Universität Heidelberg, Deutschland
  • Prof. Irene Krämer, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, Deutschland
  • Prof. Thomas Decaens, CHU Grenoble, Frankreich
  • Prof. Bruno Vincenzi, Campus Bio-Medico di Roma, Italien
  • Frau Grażyna Suchodolska, Medizinische Universität Gdansk, Polen
  • Dr. Jose Manuel Martinez Sesmero, Complejo Hospitalario de Toledo, Spanien
  • Frau Åsa Ekbom-Claesson, Danderyds Sjukhus, Stockholm, Schweden
  • Dr. Susanne Cruickshank, The Royal Marsden NHS Foundation Trust, London, UK

Zusammenfassung der Sitzung

Die Diskussionen über onkologische Arbeitsabläufe, einschließlich Vorbehandlung, Vorbereitung und Verabreichung, bildeten einen wesentlichen Teil der Sitzung. Bei den Vorbehandlungsabläufen betonten die Vorstandsmitglieder die Notwendigkeit, sich auf die Patientensicherheit zu konzentrieren. Die Mitglieder betonten, dass die wichtigsten Aspekte der parenteralen Behandlung die Wirksamkeit, die Sicherheit, die Lebensqualität und der funktionelle Status des Patienten sind. Sie waren auch der Meinung, dass die Unterstützung einer von Krankenpflegern geleiteten Aufklärung über mögliche Toxizitäten und eine wirksame Kommunikation zwischen den Behandlungszentren für die Erstellung des Patientenplans von Vorteil wäre.

In der Vorbereitungsphase empfahlen die Mitglieder des Vorstandes die Verwendung von Transfergeräten mit geschlossenem System (CSTD) für die Zubereitung von Krebsmedikamenten. Sie waren der Meinung, dass angesichts des zunehmenden Trends zur Automatisierung untersucht werden muss, wie CSTDs in die neuen automatisierten Prozesse integriert werden können. Darüber hinaus betonten die Vorstandsmitglieder, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit von CSTDs in der Krankenpflege gestiegen ist, wobei sich die Budgetverantwortlichen oft nicht über die Vorteile für das Pflegepersonal im Klaren sind. Schulungen und Simulationen sind wichtig, um Herausforderungen bei der Umsetzung zu bewältigen, einschließlich Problemen mit Verletzungen durch wiederholte Belastung. 

Um eine Oberflächenkontamination zu vermeiden, rieten die Ausschussmitglieder zu einer routinemäßigen Überwachung mit Wischproben und Geräten zur Überwachung gefährlicher Medikamente als Teil eines Programms zur Bewertung der Oberflächenkontamination. Die Mitglieder waren der Ansicht, dass eine solche Überwachung in den Krankenhäusern eingeführt werden muss, auch wenn noch akzeptable Expositionswerte für die Beschäftigten im Gesundheitswesen festgelegt werden müssen. Arbeitsmediziner und Risikomanager sollten als verantwortliche Personen einbezogen werden.

Im Bereich der onkologischen Verwaltung erörterten die Vorstandsmitglieder die Herausforderungen bei der Therapieverwaltung aufgrund von Verzögerungen beim Erhalt von Laborergebnissen, des Behandlungsvolumens und der Komplexität der Behandlungsschemata sowie von Kanülierungsschwierigkeiten und Verstopfungen. Die Mitglieder empfahlen den Einsatz eines Gefäßzugangsteams für das Legen von Kathetern und die Anwesenheit von klinischen Pharmazeuten auf der Station.

Nach Ansicht der Vorstandsmitglieder hängt die Wahl der Gefäßzugangsgeräte von vielen Faktoren ab, darunter die Gefäßstruktur des Patienten, sein Lebensstil, die Phobie vor Nadeln/Operationen, das Vesikant, die Dauer, die Begleittherapie, die Osmolarität, der pH-Wert, eine lange Immunsuppression und die Anleitung oder der Einfluss der Krankenhausverfahren. BD entwickelt ein Instrument, das auf einem Entscheidungsbaum für die Gerätebewertung basiert, der vom Medikament ausgeht und die Bedingungen und Präferenzen des Patienten einbezieht, was dazu beitragen könnte, die Auswahl des richtigen Geräts gleich zu Beginn der Therapie sicherzustellen.

Außerdem wurde ein BD-Onkologie-Arbeitsablauf-Modell erörtert. Die Mitglieder des Vorstandes sind der Ansicht, dass das BD Oncology Simulation Tool eine wertvolle Unterstützung darstellt, da es lokale Krankenhausdaten zum Vergleich und Maßstab mit der Literatur verwendet und auch Bereiche mit Verbesserungsbedarf erkennt.

Die Zukunft

Nach Ansicht der Vorstandsmitglieder werden sich die onkologischen Therapien in den kommenden Jahren durch die Einführung der Gentherapie und der gentechnisch veränderten CAR-T-Zellen stark verändern. Diese Techniken werden die herkömmliche Chemotherapie jedoch nur ergänzen und nicht ersetzen. Die Mitglieder sind der Ansicht, dass orale Therapien eine Lösung für verfahrensbedingte Risiken darstellen, wenn die Probleme der Solubilisierung und Aufnahme gelöst werden. Sie glauben auch, dass dies die Arbeitsbelastung der Krankenhäuser erhöhen wird, da auf Zyklen der standardmäßigen Chemotherapie Zyklen der Immuntherapie folgen können. 

 


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Verweise

Zulassungsnummer: BD-39774.