Wissenschaftliche Publikationen

Gefäßzugangsteams in der Notaufnahme – wie wirkungsvoll sind sie?1

Januar 26, 2021

Bell JA, Spencer TR. Implementing an emergency department vascular access team: A quality review of training, competency, and outcomes. The Journal of Vascular Access. June 2020. doi:10.1177/1129729820924554

Der Begriff „Gefäßzugangsteam“ bezieht sich auf eine Gruppe von Mitarbeitern (Pflegepersonal, Ärzte, Atemtherapeuten, Radiologen und medizinisches Assistenzpersonal), die jeweils über fortgeschrittene Fähigkeiten beim Anlegen und bei der Pflege von vaskulären Zugangssystemen verfügen. Die Alternative ist ein generalistisches Modell, bei dem eine größere Gruppe von nicht spezialisiertem medizinischem Fachpersonal mit geringeren Fachkenntnissen mit der Versorgung von Patienten mit vaskulären Zugangssystemen betraut wird. Während Gefäßzugangsteams in einigen Krankenhäusern stationsübergreifend eingesetzt werden, arbeiten die meisten Notaufnahmen mit einem generalistischen Ansatz. Da in zahlreichen Studien gezeigt wurde, dass der Einsatz eines Gefäßzugangsteams den Erstpunktionserfolg erhöht und die Patientensicherheit verbessert2, 3, stellt sich die interessante Frage, ob der Einsatz eines Gefäßzugangsteams in einer Notaufnahme die Ergebnisse verbessern würde.

Die Ziele der Studie

In einem kommunalen Krankenhaus wurde ein spezielles, von einer Krankenpflegekraft geleitetes Team eingesetzt, um Kliniker in Bezug auf die Anforderungen an Gefäßzugänge in der Notaufnahme zu schulen und zu validieren. Ziel war es, das Ergebnis der Implementierung eines Spezialistenteams für vaskuläre Zugänge in der Notaufnahme zu untersuchen. Es wurde ein Spezialistenteam für vaskuläre Zugänge in der Notaufnahme gebildet, das aus 5 Pflegekräften besteht, die unterschiedlich viel Erfahrung mit ultraschallgeführten peripheren intravenösen Zugängen haben. Diese Übersicht gibt einen Überblick über die Effizienz, die patientenbezogenen Auswirkungen und die produktbezogenen Erfahrungen dieses Teams.

In der ersten Phase der Implementierung wurde ein Datenerfassungsprozess eingeführt, der zum Ziel hatte, die Compliance und Kompetenz der Pflegekräfte des Spezialistenteams zu ermitteln und zu validieren. Im Anschluss daran wurde in der zweiten Phase ein standardisiertes Schulungsprogramm erstellt, das die Fähigkeiten von Klinikern, die sich mit ultraschallgeführten peripheren intravenösen Zugängen vertraut machen wollten, verbessern sollte. In der letzten Phase der Implementierung führten alle Kliniker unter direkter Aufsicht eines Klinikers des Spezialistenteams drei erfolgreiche ultraschallgeführte Kanülierungen an Patienten durch.

Ergebnisse und Empfehlungen

Die Datenerfassung und die Schulungsprogramme waren sehr erfolgreich, da die Mehrheit (88 %) der 2.973 Platzierungen, die in den ersten 2+ Jahren vorgenommen wurden, schon beim ersten Versuch erfolgreich waren. Alle Kliniker erreichten im Laufe der Zeit einen Erfolg von 85 % bei der ersten Platzierung, wobei die qualifiziertesten Personen eine Erfolgsquote von 92 – 94 % erreichten.

Bell et al. empfehlen nachdrücklich die fortlaufende Schulung und Evaluierung in der klinischen Praxis bei der Anlage von ultraschallgeführten peripheren intravenösen Zugängen. Sie beobachteten, dass mit der zunehmenden Anzahl von geschulten Klinikern auch die Anzahl der erfolgreichen Erstpunktionen zunahm, was auf gute Kenntnisse und verbesserte Fertigkeiten hinweist. Die aus der Studie gewonnenen Daten erlaubten es den Autoren auch, darauf hinzuweisen, dass das Vorhandensein von speziell im Bereich der Gefäßzugänge geschultem Personal eine umfassende Verbesserung der Patientenergebnisse und eine Verringerung der produktbedingten Komplikationen ermöglichte. Die erfolgreiche Implementierung solcher Spezialistenteams erfordert grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich des Gefäßzugangs sowie kontinuierliche Qualitätsmaßnahmen zur Sicherstellung der Kompetenz und Einhaltung evidenzbasierter Verfahren.


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Verweise

1Bell JA, Spencer TR. Implementing an emergency department vascular access team: A quality review of training, competency, and outcomes. The Journal of Vascular Access. June 2020. doi:10.1177/1129729820924554

2 Carr PJ, Glynn RW, Dineen B, et al. A pilot intravenous cannulation team: an Irish perspective. Br J Nurs 2010; 19(10): S19–S27.

3 Moureau NL, Trick N, Nifong T, et al. Vessel health and preservation (Part 1): a new evidence-based approach to vascular access selection and management. J Vasc Access 2012; 13(3): 351–356.

Approbation number: 24093.