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10 Jahre EU-Richtlinie 2010/32/EU – Prävention von Verletzungen durch scharfe/spitze Instrumente im Krankenhaus- und Gesundheitssektor

Dezember 7, 2020

Die EU-Richtlinie 2010/32/EU zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe/spitze Instrumente im Krankenhaus- und Gesundheitssektor wurde am 10. Mai 2010 von den EU-Sozialpartnern HOSPEEM und EGÖD unterzeichnet. Der Zweck der EU-Richtlinie bestand darin, den Rahmen für folgende Ziele zu implementieren:

  • Verhütung von Verletzungen der Arbeitnehmer durch alle scharfen/spitzen medizinischen Instrumente (einschließlich Nadelstiche)
  • Gefährdete Arbeitnehmer schützen
  • Schaffung eines integrierten Ansatzes für die Festlegung von Strategien in den Bereichen Risikobewertung, Risikoprävention, Schulung, Information, Sensibilisierung und Überwachung.1

Die EU-Mitgliedsstaaten waren verpflichtet, bis zum 11. Mai 2013 Gesetze zu erlassen und Vorkehrungen zu treffen, um dieser Richtlinie nachzukommen.1 Für viele Länder geschah dies jedoch viel später.

Am 17. Juli 2019 feierte die EU-Richtlinie 2010/32/EU ihr zehnjähriges Bestehen.

Bei dieser Gelegenheit veröffentlichte HOSPEEM (The European Hospital and Healthcare Employers Association) eine Überarbeitung der Richtlinie 2010/32/EU.2 Dies folgte auf den Abschlussbericht vom 15. November 2013, der auf einer Umfrage der Mitgliedsorganisationen von HOSPEEM-EPSU (European Public Service Union) basierte, die 25 Länderberichte über die Umsetzung der Richtlinie umfasste.3

Der Bericht 2019 basierte auf Dokumenten, die von 18 HOSPEEM-Mitgliedern und EGÖD-Mitgliedsorganisationen zur nationalen Umsetzung der Richtlinie vorgelegt wurden.3 Dem Bericht 2019 zufolge wurde die praktische Umsetzung der Richtlinie von vielen Befragten als „problematisch” angesehen, insbesondere wegen der Beseitigung, der Prävention und des Schutzes, der fehlenden Berichterstattung und der fehlenden Risikobewertung.4 Die Mehrheit der Befragten wusste auch nichts von den jüngsten Folgemaßnahmen, Berichten oder Bewertungen der nationalen Regierungen. 3 Die meisten Befragten stellten jedoch einen verstärkten Kauf und Gebrauch von Sicherheitsvorrichtungen und Sensibilisierungskampagnen fest.

Die befragten nationalen Sozialpartner wünschen sich für die Zukunft folgende Initiativen:

  • Standardisierung der Registrierungs-, Melde- und Nachverfolgungssysteme für Verletzungen durch scharfe/spitze medizinische Instrumente
  • Angemessene Schulung und Ausbildung von medizinischen Fachkräften über Richtlinien und Verfahren im Zusammenhang mit Verletzungen durch scharfe/spitze Instrumente
  • Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen auf institutioneller und politischer Ebene
  • Übergang zu und Zugang zu medizinischen Produkten mit Sicherheitsmechanismen für scharfe/spitze Instrumente
  • Durchführung von Initiativen zur Risikobewertung.3, 4

Zu den weiteren Empfehlungen gehörte die Information des Personals über Schulungsansprüche und Verantwortlichkeiten sowie über die Notwendigkeit, den nationalen gesetzlichen Verpflichtungen bei der Arbeit mit Personal, das potenziell Nadelstichverletzungen ausgesetzt ist, nachzukommen


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Verweise